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Bericht zur Weltmeisterschaft der U18 in Lloret de Mar vom 21.-25.07.2010


Weltmeisterschaft 2010 der U18 in Katalonien

WM der Emotionen - Doppelsieg für Deutschland!!

     
 

U18 Nationalteams - Doppelsieg - Weltmeister 2010
in Spanien Lloret de Mar

 


Erst wenige Wochen zuvor hatte sich Julia durch eine tolle Leistung beim letzten Kader-lehrgang der U18 in Schneverdingen in den Kader der Deutschen Jugendnationalmannschaft gespielt und das Ticket zur Teilnahme an der WM 2010 in Katalonien gezogen. Wochen des harten und intensiven Trainings hatten sich gelohnt und auch ich als Trainer bekam die Bestätigung, dass durch beharrliche intensive Arbeit im Sport einiges erreicht werden kann. Natürlich war es für mich als Vater und Trainer klar, dass ich Julia bei ihrem größten sport-lichen Erfolg nach Spanien begleiten würde. Susi, Tim und meine Schwiegermutter waren ebenfalls sofort mit von der Partie. Der andere Teil meiner Familie musste leider aus beruf-lichen Gründen schweren Herzens passen.

Für billige Flüge war es leider vier Wochen vor Beginn der WM zu spät, so entschieden wir
uns für die Anreise mit dem PKW (1.336 km!!), aber was tut man nicht alles! Blieb nur noch
die Frage zu klären, wo übernachtet werden sollte? Auf Grund der langen Anreise entschie-
den wir uns für einen vierzehntägigen Aufenthalt, denn schließlich mussten wir mit dieser Reise unseren Urlaub verbinden. Von unserem letzten Aufenthalt an der Costa Brava (vor
ca. 25 Jahren!!!) wussten wir, dass wir nicht direkt in Lloret de Mar, wo die Weltmeister-schaften stattfinden würden, unterkommen wollten. Etwas älter geworden, sollte es auch etwas ruhiger sein, so entschieden wir uns für einen Ort namens „Santa Susanna“ ca.
18 km südlich. Unser Hotel war in direkter Strandnähe, also standen zwei erholsamen
Wochen nichts im Weg.

Die WM startete am Mittwoch den 21.07.2010 und sollte vier Tage später am Sonntag den 25.07.2010 mit den Finalspielen beendet werden. Wir reisten bereits einige Tage vorher an. Nachts (von Freitag auf Samstag) um 22:00 Uhr war Abfahrt und uns stand eine katastro-phale Anreise bevor. Wo kamen nur diese ganzen Autos her??? Nach knapp 17 Stunden Fahrzeit und einem Unfall auf der A7 in Frankreich, als ein Belgier einen Franzosen im Stau-ende auf meinen A6 schob, kamen wir endlich in Spanien an. Zum Glück nahm mein Auto
nur geringen Schaden und keiner meiner Familie wurde weiter verletzt! Wir erreichten Santa Susanna, den aus unserem Gedächtnis kleinen Ort an der Küste der Costa Brava. Es stand uns die nächste Überraschung bevor. Aus dem kleinen Ort war eine ähnliche Partymeile entstanden, wie in Lloret selber. Nun ja, aber zum Glück war das Hotel so, wie wir es aus Holiday Check gelesen, erwartet hatten.

Nachdem wir uns in den ersten Tagen akklimatisieren konnten, sprich die ersten Sonnen-brände wurden gepflegt, reiste die männliche und weibliche Nationalmannschaft am Montag ebenfalls an und bezog Quartier.

Am Mittwoch um 18:00 Uhr ging es los. Unsere Jungens hatten noch vor der offiziellen Eröffnungsfeier ihre Auftaktbegegnung gegen Katalonien, bevor um 20:00 Uhr die Spiele offiziell eröffnet wurden.

Natürlich wollten wir die Eröffnungsfeier nicht verpassen, also starteten wir rechtzeitig vom Hotel, denn schließlich mussten wir noch knappe 20 km fahren und das Stadion musste auch noch gefunden werden. Dank Navigationssystem ging das allerdings ganz gut, was man vom Verkehrsverhalten der Spanier nicht so richtig sagen kann. Zweispurige Kreisverkehre ohne Ende, am Anfang habe ich noch versucht herauszufinden, nach welchen Regeln die Spanier diese befahren, das habe ich allerdings nach etlichen Kilometern aufgegeben! Rechts von Rollern oder PKW überholt zu werden, gehörte zu den „normalen“ Gepflogenheiten, auch rote Ampeln störte den ein oder anderen Spanier nicht wirklich!

Wir näherten uns dem Spielort, mitten in der Stadt und nach Navigationssystem das Ziel erreicht, standen wir vor einer baufälligen Sportanlage mit Kunstrasenplatz. - Oh je -, dachte ich noch! Hier wollen die eine WM spielen? Nach einem ersten Schock und der Feststellung, dass es sich hierbei nur um den „Aufwärmplatz“ handelte erfuhren wir, dass das eigentliche Stadion noch einige hundert Meter weiter entfernt liegen würde. Also erneut ab in das Auto und nach dreimaligen auf und ab auf der Straße vor dem Stadion fand ich tatsächlich auch einen Parkplatz. Hinweisschilder? - kennt man in Spanien nicht! Für uns „Deutsche“ nun die nächste Über-raschung. Die Lage des Stadions… in un-mittelbarer Nähe zum Ortszentrum und umgeben von Hotelbunkern. Viele Hotel-bewohner hatten freie Logenplätze und konnten problemlos von ihren Balkonen die Spiele beobachten. Im späteren Verlauf der Veranstaltung war dieses recht lustig, da es der Stimmung keinen Abbruch tat. Im Gegen-teil, einige deutsche Urlauber feuerten die Unseren lautstark an.

Dafür das Katalonien erst so eine junge Faustballnation war, gab man sich hier alle Mühe der Veranstaltung einen würdigen Rahmen zu geben. Kräftig unterstützt durch die DFBL, so moderierte die gesamte Veranstaltung u. a. Jürgen Albrecht, lief die WM sehr planvoll ab. Sehr überrascht war ich doch über die Anzahl der angereisten Zuschauer. Alleine fast 100-150 deutsche Fans, natürlich sehr oft Familienangehörige, waren fast über die gesamte Veranstaltung bei fast allen Spielen der deutschen Nationalmannschaft zugegen. Und nicht nur Familien, so traf ich etliche mir bekannte Spieler, viele aus dem Rheinland und aus Niedersachsen. Ganz toll fand ich die Aktion einiger männlichen U21 Spieler, die nach dem Gewinn ihres EM-Titels vor einigen Tagen es sich nicht nehmen ließen, ihre jüngeren Sportkameraden durch ihre Anwesenheit kräftig zu unterstützen. Hier konnte man sehr deutlich sehen, welchen tollen Beitrag unsere Nationaltrainer Roland Schubert und Hartmut Maus für die übergreifende Teamfähigkeit ihrer betreuten Teams leisten. Im Ganzen ist eine kontinuierliche immer „professionellere“ Arbeitsweise in den Nationalteams erkennbar. Neben physiotherapeutischer Betreuung der Teams stieß in diesem Jahr erstmals ein Mentaltrainer zusätzlich zu den Teams.

Die Stimmung während der WM innerhalb der Teams und im Stadion war toll. Wie zu jeder guten Sportveranstaltung gehört natürlich auch sein eigenes Lied. Der WM Song dieser Veranstaltung war eindeutig „We no speak Americano“. Ein tolles stimmungsvolles Lied,
was wir nach unserer Rückkehr in Deutschland uns sofort besorgten!!

Sportlich zeigten uns die Jungens eine überragende Vorstellung, bei der ich nie das Gefühl hatte, das die Trainer und ihre Mannschaft nicht „Herr der Lage“ wären. Höhepunkt der Vorrunde bei der männlichen U18 war das Spiel gegen die Schweiz, wo sportlich den Zuschauern eine sehr schöne Partie geboten wurde, auch wenn das Ergebnis einen klaren deutschen Sieger zeigte. Die Spiele gegen Österreich und auch gegen Brasilien wurden sehr deutlich durch das deutsche Team bestimmt, zu erwähnen wäre allerdings noch das 11:0
der Deutschen im ersten Satz gegen völlig demoralisierte Österreicher. Nach einer sehr überzeugenden Vorstellung der Brasilianer im Halbfinale gegen die Schweiz, zeigten die Brasilianer auch im Endspiel zunächst eine höchst motivierte Vorstellung. Nach klarem Satzverlust im ersten Satz gleicht das deutsche Team um die Angreifer Patrick Thomas
und Roman Debus später an seiner Seite Luca Weber zum 2:2 in einer dramatischen Partie aus. Im fünften und entscheiden Satz gewinnt das Team und wird unter dem Jubel der deutschen Fans verdient Weltmeister. Die Leistungen beider Teams in diesem Endspiel war erstklassig! Herausragende Abwehrleistungen mit druckvollem Angriffsspiel. Eine Freude für jeden Faustballer!

Wesentlich klarer war hingegen der Finalsieg der weiblichen U18 im Spiel zuvor gegen Österreich, obwohl das Deutsche Team in der Vorrunde sich gegen Team Austria noch mit
1:2 geschlagen geben musste. Das Spiel der weiblichen U18 insbesondere in der Vorrunde
war geprägt durch ein nicht einheitliches Spielkonzept. Zu häufige Wechsel innerhalb des Teams sorgten immer wieder für Unruhe nicht nur innerhalb der Mannschaft, auch von
Seiten der vielen Zuschauer war laute Kritik zu hören. Positiv war, dass sich die Mannschaft über das gesamte Turnier kontinuierlich steigerte, was auch zum Schluss zum verdienten
WM Titel reichte. Erfreulich aus Leichlinger Sicht war, dass Julia in den Spielen gegen Katalonien und Österreich zum Einsatz kam und für sie persönlich, dass sie keinen Satzverlust bei dieser WM hinnehmen musste. Nach dem Schlusspfiff und dem klaren 3:0 Erfolg im Endspiel gegen Österreich war die Freude riesengroß!



Wie sich das gehört wurden die beiden WM Titel im Anschluss gebührend gefeiert, während Julia mit ihrem Team bereits am Montag wieder abreiste, hatten wir noch Gelegenheit weitere fünf Tage die vielen Eindrücke zu verarbeiten und uns über den Gewinn des Titels mit Julia zu freuen.

Noch während des Urlaubes nahmen viele Bekannte mit uns Kontakt auf und überbrachten ihre Glückwünsche, über die wir uns sehr freuten. Julia wurde unmittelbar nach ihrer Rückkehr für einen großen Sonderbericht vom Kölner Stadtanzeiger interviewt. Das Interesse ist und war sehr groß, eine tolle Werbung für unseren Sport.

   

Am Freitag machten wir uns dann im Auto auf die Rückfahrt. Nach 14 Stunden Fahrzeit hatten wir es dann auch endlich geschafft. Zurückblickend bleibt meiner Familie und mir trotzdem tolle zwei Wochen im Gedächtnis, die ich wahrscheinlich emotional so schnell nicht vergessen werde.

- Danke an alle Beteiligten -

(Reisebericht von Andreas Weber)

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Letzte Änderung am 19.08.2010
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