Nachdem wir uns bei der RGM Nord mit nicht so optimalen Leistungen für die DM Männer 45 qualifiziert hatten, war die Erwartungshaltung der Abteilung und bei uns selber nicht all zu hoch. Trotzdem freuten wir uns auf die Meisterschaft. Am Freitag ging es dann um 13:00 Uhr los. Nach einer guten, relativ staufreien Anfahrt, erreichten wir Schwetzingen, unser Quartier an diesem Wochenende. Die schöne Promenade vor dem Schwetzinger Schloss nutzen wir gleich aus, um uns bei 26° C. im Biergarten einer Lokalität vor dem Schloss in toller Umgebung für die Meisterschaften einzustimmen. Nachdem Fußballspiel Deutschland – Österreich gingen wir dann auch artig früh ins Bett.
Nach einem guten Frühstück fuhren wir dann nach Wiesental. Nach dem Einmarsch und der Begrüßung kam es dann zu ersten Partie gegen den ETV Hamburg, dem Titelverteidiger und Mitfavoriten. Die Mannschaft knüpfte nahtlos an die schlechten Leistungen der RGM an. Stefan traf keine Angabe und aus der Abwehr wurde kein Ball abgewehrt. Also ein grandioser Einstieg in diese Meisterschaft. Die Partie wurde mit 5:11 und 5:11 eindeutig verloren. Alle etwas angespannt und verkrampft. Aber gegen ETV hatte man eh eine Niederlage eingeplant, aber nicht so.
Im 2. Spiel ging es dann schon um viel. Gegen den TV Weisel, der sich in seiner ersten Partie gegen Tiefenthal schon sehr aufgerieben hatte, ging man dann konzentrierter zur Sache. Die Nerven spielten auch mit und die Mannschaft spielte wesentlich besser als im ersten Spiel. Wir gewannen mit 11:8 + 11:3 gegen Weisel. Damit war ein Grundstein geschaffen, da Weisel gegen Tiefenthal, den anderen Mitwettbewerber um Platz 3, mit 2:1 geschlagen hatte. Das 2:0-Satzergebnis war deshalb sehr wichtig. Dann im 3. Spiel ging es dann schon im alles. Wir
begannen das Spiel sehr nervös. Stefan Die Mannschaft riss sich zusammen und konnte dann nach besserem Spiel 11:8 gewinnen. Die Angaben kamen nun besser und die Abwehr stabilisierte sich zunehmend. Im 3. Satz hatten wir nun Oberwasser und auch diesen Satz gewannen wir mit 11:7, und somit das Spiel. Damit war schon ein großer Erfolg erreicht: wir waren
schon mindestens Sechster bei dieser DM. Gegen Weil der Stadt, die
Eimsbüttel geschlagen hatten, war dann nichts mehr möglich. Wir waren
Dritter, und konnten nicht mehr Zweiter oder Erster werden, daher schonten
wir Stefan, Thomas und Harald. Die Mannschaft mit Markus auf Schlag
spielte sehr gut und zwang Weil der Stadt in einen harten Kampf. Am Ende
gewann dann Weil mit 12:10 + 11:4
Im letzten Spiel des Tages warteten wir dann auf unseren Gegner im Viertelfinale. Bayer 04 Leverkusen musste eine Satz gegen Klarenthal in der anderen Gruppe gewinnen, um im Turnier zu bleiben. Klarenthal musste 2:0 Sätze gewinnen, wenn sie ebenfalls nicht ausscheiden wollten. Klarenthal gewann den ersten Satz und für Bayer ging es nun um alles. Sie gewannen dann Satz 2 und verloren aber Satz 3 und somit das Spiel. Bayer war damit Gruppendritter und musste am Sonntag gegen unseren Zweiten Eimsbüttel spielen und wir als Gruppendritter gegen unsere Freunde aus Buna Schkopau Merseburg. Am Sonntagmorgen ging es im Viertelfinale gegen Buna dann weiter. Es entwickelte sich ein Angabenspiel auf nassem Rasen. Beide Sätze waren ziemlich gleich. Wir holten am Ende beider Sätze, jeweils schon Satzbälle gegen uns, zwei Angaben raus, und Stefan verwandelte diese dann nach gutem Zuspiel von Thomas direkt. Somit gewannen wir 14:12 + 12:10 etwas glücklich, aber doch verdient. Damit war die nächste Überraschung geschafft: wir waren im Halbfinale.
Im Halbfinale ging es dann gegen unseren Gruppenersten Weil der Stadt. Deren Schlagmann verletzte sich am Samstag am Oberschenkel und konnte nicht so aufspielen wir am Anfang. Stefan spielte nun locker auf und konnte fast jede Angabe verwerten. Die Abwehr stand jetzt auch deutlich besser und somit konnte Stefan immer wieder gut in Szene gesetzt werden. Wir gewannen den ersten Satz mit 11:6. Im 2. Satz fing Stefan wieder furios an und wir konnten uns schnell absetzen. Beim Spielstand von 6:2 kam dann die Angst vor dem Sieg. Die Angabe kam nicht mehr so druckvoll. Aber der Gegner half ein bisschen und die Nerven wurden behalten. Wir gewannen dann mit 11:7 den 2. Satz. Wir waren im Finale!! Sensationell!! Keiner von uns konnte es richtig glauben. Wir fragten uns alle, ob wir irgendwann aus einem Traum aufwachen würden. Aber es war Realität. Im Finale vor Publikum und Mannschaftsvorstellung begannen wir dann gegen Eimsbüttel das Endspiel furios. Eimsbüttel erwartete den schwachen Gegner vor Vortag, aber dem war nicht so. Die Angabe kam sehr stark, die Abwehr stand gut, das Zuspiel kam und Stefan verwan-delte im ersten Satz nach Belieben. Wir gewannen mit 11:8. Im 2. Satz mit deren Ball ver-schliefen wir den Anfang. Stefan brauchte ein paar Bälle, um sich an Gegners Ball zu ge-wöhnen, dann kamen die Angaben wieder mit viel Druck. Trotzdem konnten wir es nicht verhindern, den Satz knapp mit 8:11 zu verlieren. Im 3. Satz mit unserem Ball konnte Stefan wieder zulegen. Die Abwehr fischte einiges raus und wir punkteten nach Belieben. Beim Seitenwechsel führten wir mit 6:2. Dann kam wieder deren Ball. Stefan brauchte wieder 2-3 Angaben, so dass der Vorsprung leider viel zu schnell aufgebraucht war. Dann kamen die Angaben wieder und es stand 9:9 im entscheiden Satz. Das Publikum zollte beiden Mannschaften für das tollte, spannende und für M45 hochklassige Spiel immer wieder Beifall. Beim Stand von 9:9 entstand ein Missverständnis zwischen Abwehr und Mitte und zu guter Letzt noch ein Verleger, und der Titel war weg. Das Ergebnis lautete 11:8, 8:11 und 9:11 nach 1 h 25 min Spieldauer. Es war schwer zu verdauen im ersten Moment, denn so nah wie wir vom dem Titel standen, ist unglaublich. Aber nach ein paar Sekunden der Besinnung und der Verarbeitung dieses Spiels kehrte wieder die Freude darüber zurück, was wir eigentlich geschafften haben: Deutscher Vizemeister. Die Leistung am 2. Tag der neu zusammen gestellten Mannschaft ist für mich eine Sensation. Und dass wir uns im Endspiel so stark präsentiert haben, und den hohen Favoriten am Rande einer Niederlage hatten, ist für mich ebenso unglaublich. Das Endspiel wurde von den Zuschauern mit großem Beifall beendet. Bei Siegerehrung konnten wir dann auf dem Treppchen unsere Silbermedaille entgegen nehmen.
Das Wochenende war sehr harmonisch. Diese Truppe, in der manche sich erst vor wenigen Wochen kennen gelernt haben, war sehr homogen und die Stimmung war toll, als ob wir uns schon Jahre kennen würden. In dieser Gemeinschaft macht es sehr viel Spaß zu spielen. In der nächsten Hallensaison werden wir wieder angreifen, aber dieses zu wiederholen, wird mit Sicherheit nur sehr schwer möglich sein. Alleine die RGM Nord wird schon eine hohe Hürde darstellen. Aber wir werden es angehen. Diesen Titel Deutsche Vizemeister kann uns keiner mehr nehmen. Nach der Siegerehrung und Verabschiedung ging es dann nach Hause. Ich möchte nochmals Peter Langer danken, der aufgrund seiner schwerwiegenden Verletzung als Coach und Betreuer fungiert hat, und somit die Mannschaft sehr gut einstellte und zu diesem Erfolg führte. Ebenso Barbara für die tolle Unterstützung und tollen Bilder, die ihr bald auf der Homepage finden werdet.
(Stefan Hasenjäger) >> Fotos <<
Es spielten: Carsten Hadeler, Thomas Meller,
Harald Mai, Martin Beils, Markus Amelang, | Klaus Anders, Thomas Röper, Stefan Hasenjäger Betreuer und Coach: Peter Langer Fotograph und Betreuer: Barbara Scheinast |
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Letzte Änderung am
29.09.2011
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